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  9. Polnische Filmwoche 2014

  Fuchsenwiese 1, 91054 Erlangen

Eksmisja | Maria muss packen
Dokumentation, PL/A 2012, 80 Min., Regie: Filip Antoni Malinowski

Ein polnisches Ehepaar: Maria (81) besitzt einen zeitlos-lebendigen Humor und ungebrochenen Optimismus – ihr Ehemann Tadeusz (80) dagegen ist ein stiller Wissenschaftler und Fatalist. Nachdem die beiden über 66 Jahre in ihrer Wohnung gelebt haben, werden sie nun dazu gezwungen auszuziehen. Für beide gilt es, gegen
ihre persönliche Katastrophe zu kämpfen. Ihr Enkel Filip, zugleich der Regisseur des Films, kehrt aus Wien zurück, um ihnen in dieser schwierigen Situation zu helfen. Ein Film über Gerechtigkeit und Gleichheit, aber auch über die Bewältigung von Schicksalsschlägen – mit ungebrochen positiver Lebenseinstellung und Humor.

1.5., Do., 19 Uhr


Drogówka | Die Streife
Krimi, PL 2013, 118 Min., Regie: Wojciech Smarzowski, OmdU

Der neueste Film von Wojciech Smarzowski bestätigt, dass er einer der besten Kinohandwerker im Lande ist.
Nach dem Kultfilm „Wesele” („Die Hochzeit“), dem mit Preisen überschütteten „Dom zły” („Das Haus des Bösen“) und „Róża” („Rosa“), entschied sich Wojtek Smarzowski
erneut für einen Kriminalfilm und drehte einen Streifen, mit dem er zum ersten Mal „die Stadt begeht“. Entstanden ist ein realer, kompromissloser und ehrlicher Film, den außerdem der für Smarzowski typische Sinn für Humor kennzeichnet. Die Geschichte
von sieben Polizisten, die neben ihrer Arbeit auch Freundschaft, Feten, Autos und Geschäfte verbinden. Alles ändert sich, als einer von ihnen tot aus einem Fluss gefischt wird.

2.5., Fr., 19 Uhr

Trzy siostry T. | Drei Schwestern T.
Thriller, PL 2012, 85 Min., Regie: Maciej Kowalewski, OmeU

Der bereits erwachsene Robert ist gezwungen, mit seiner gluckenhaften Mutter und deren zwei Schwestern zu wohnen. Die alten, hässlichen, mit Kartoffelpuffern, Klopsen und Hass auf die Umwelt gefütterten Schwestern motzen, fluchen wie Landsknechte und
zwischendurch verletzen sie einander mit Wort und Tat. Sie erinnern an die drei Hexen aus „Macbeth“, mit dem Unterschied, dass sie der Gabe des Zukunftsblickes entbehren. Das einzige, was sie zu sehen fähig sind – und das mit der Schärfe eines amerikanischen
Spionagesatelliten – sind menschliche Schwächen. Ein Film für Sympathisanten von Horror, Geschmacklosigkeiten und schwarzer Ästhetik.

3.5., Sa., 19 Uhr

Portrecista | Der Porträtist
Dokumentation, PL 2005, 52 Min., Regie: Irek Dobrowolski, OmeU

Wilhelm Brasse arbeitete vor dem Krieg in einem großen Fotoatelier an der Hauptstraße von Katowice und war für seine Porträtfotografien berühmt. Damals ahnte er noch nicht, dass er bald tausende Porträts monatlich erstellen muss. Als er 1940 in Au schwitz-
Birkenau landet, rettet ihm sein Handwerk das Leben.
Unter den Augen der SS fertigte er die Dokumentation des Lagers an – er fotografierte alles, was man ihm befahl: die Arbeit der Häftlinge, private Begegnungen der SS-Offiziere mit ihren Familien, medizinische Experimente und vor allem Polizeifotos der Häftlinge
für die Lagerkartei. Im Film erzählt er über einige ausgewählte Bilder und beschreibt die damit verknüpften Geschichten.

4.5., So., 19 Uhr

Argentinische Lektionen
Dokumentation, PL 2010, 56 Min., Regie: Wojciech Staron, OmeU

Janek zieht mit seinen Eltern nach Argentinien. Seine Mutter will den Nachkommen der polnischen Emigranten Polnisch beibringen, sein Vater soll diesen Unterricht aufzeichnen. Seine Kamera fokussiert er jedoch nicht auf die pädagogischen Bemühungen seiner
Frau, sondern auf ihren Sohn und seine neue Freundin: die elfjährige Marcia Majcher – ein sensibles, für ihr Alter sehr reifes Mädchen, dass sich nicht nur ihren polnischen Wurzeln, sondern auch der Verantwortung für die mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten belastete
Familie bewusst ist. Marcia, die keine Arbeit scheut und hart anpackt, um ihre Familie zu ernähren, führt Janek durch die für ihn fremde Welt. Der Film verwischt die Grenzen zwischen Dokumentar- und Spielfilm.

6.5., Di. , 19 Uhr

Ida
Spielfilm, PL 2005, 79 Min., Regie Pawel Pawlikowski

Polen 1962: Anna ist eine Novizin, die in einem Kloster von Nonnen erzogen wurde. Bevor sie ihr Gelübde ablegen kann, gibt ihr die die Oberschwester des Klosters den Auftrag, ihre Tante Wanda zu besuchen, Annas einzige noch lebende Verwandte. Wanda, die
Schwester ihrer Mutter, eine leidenschaftliche Sensualistin mittleren Alters, offenbart ihr ein Geheimnis: Eigentlich ist Anna Jüdin und ihr wahrer Name ist Ida. Von der Nachricht ins Wanken gebracht, begibt sich Ida gemeinsam mit ihrer Tante auf eine Reise, auf der
sie sich mit der tragischen Geschichte ihrer Familie auseinander setzen muss – aber auch beginnt, ihr eigenes Leben, ihre Ideale und ihren Glauben zu hinterfragen.

7.5., Mi., 19 Uhr