Regie: Wojciech Smarzowski


Gosia kehrt nach dem Tod ihres Partners aus London nach Polen zurück. Hier lebt sie mit ihrer Mutter in einer kleinen Provinzstadt und verdient ihren Lebensunterhalt mit Englischunterricht. Sie träumt davon, ihr abgebrochenes Studium abzuschließen, zu reisen und ein neues Leben zu beginnen. Ihre alkoholkranke Mutter macht ihr das Leben nicht leicht. Grzegorz, den sie online kennengelernt hat, scheint die perfekte Flucht aus ihrem eintönigen und etwas langweiligen Leben zu sein. Charmant, belesen, intelligent und sensibel zugleich. Ihre virtuelle Bekanntschaft entwickelt sich schnell zu einer intimen Beziehung, die anfangs absolut idyllisch zu sein scheint: Blumen, Ausflüge, Reisen, ein romantischer Heiratsantrag und schließlich die Hochzeit und die
Geburt eines Kindes. Wir verfolgen diese Geschichte wie eine Seifenoper-Serie oder wie eine Instagram-„Liebesgeschichte“ und bemerken nicht, wann Risse in diesem perfekten Bild entstehen: vulgäre Bemerkungen, Eifersuchtsanfälle, Schläge, Manipulation… Grzegorz übernimmt nach und nach die Kontrolle über das Leben seiner Frau und verwandelt es in eine Hölle.
Wojciech Smarzowski, der Spezialist für schwierige und unangenehme Themen im polnischen Kino, gestaltet seine Geschichte über häusliche Gewalt so, dass man die Gefühle des Opfers nachempfinden kann. Wie die Filmwissenschaftlerin Diana Dąbrowska in ihrer Rezension schrieb, „kann dieses Opfer im Rahmen einer Überlebensstrategie alle schmerzhaften
Erinnerungen verdrängen. […] Alles verschwimmt, wird überlagert – irgendwo zwischen Realität und Traum/Albtraum, Erinnerung und dem starken Wunsch zu vergessen und abzulehnen.“
Der Film, der auf dem Polnischen Filmfestival Premiere feierte, wurde vom Publikum begeistert aufgenommen und erfüllt eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Über zwei Millionen Menschen sahen den Film im Premierenmonat, und die dringend notwendige Debatte, die er auslöste, bewegte viele Menschen dazu, sich Hilfe zu suchen.
Festivalvorführungen und Auszeichnungen:
Gdynia, 2025, Polnisches Spielfilmfestival, Don Quijote, Preis des Polnischen Verbandes der Filmdiskussionsclubs
Warschau, 2025, Warschauer Filmfestival – Spezialpreis der Jury
Polen, 2025, 107 Min.
Drehbuch und Regie: Wojciech Smarzowski
Kamera: Paweł Tybora
Musik: Mikołaj Trzaska
Darsteller: Agata Turkot, Tomasz Schuchardt, Agata Kulesza, Maria Sobocińska