Regie: Maciej Drygas


In diesem aus Archivmaterial zusammengestellten Dokumentarfilm begibt sich Maciej J. Drygas auf eine Reise durch die Geschichte Europas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die titelgebenden Züge sind sein Transportmittel. „Sie sind es“, schreibt Bartosz Staszczyszyn auf der Website „Culture.pl“, „die es Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben ermöglichten, auszuwandern, und gleichzeitig Soldaten an die Fronten des Ersten Weltkriegs fahren. Artilleriemunition wurde ebenso in Eisenbahnwaggons transportiert wie Kriegsgefangene beider Kriege. Englische Frauen setzten ihre Kinder in Züge, die aus der Metropole hinausfuhren, um sie während der Bombenangriffe auf London in Sicherheit zu bringen, während Nazi-Verbrecher ihre Opfer mit der Bahn in Konzentrationslager bringen…“
Der Film verwendet Material aus 46 Filmarchiven weltweit, darunter das britische BFI National Archive, das französische Gaumont Pathé, das deutsche Bundesarchiv und die amerikanische Library of Congress. Die Filmemacher digitalisierten alte Bänder neu und fügten sie zu einer faszinierenden Erzählung über die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts zusammen. Im Hintergrund sehen wir nicht nur gewöhnliche Fahrgäste oder Reisende, sondern auch bekannte historische Persönlichkeiten: Politiker und Kulturschaffende. Der Regisseur Maciej Drygas und der Cutter Rafał Listopad, der für ihre Arbeit beim IDFA International Documentary Film Festival 2024 in Amsterdam ausgezeichnet wurde, schaffen mit ihrem Werk nicht nur einen ikonischen Film. Der „bahnartige Rhythmus“ des Films wird durch den Ton verstärkt, eine Collage aus Sounddesign und Musik des renommierten polnischen Komponisten Paweł Szymański.
Festivalvorführungen und Auszeichnungen:
Amsterdam, 2024 (Internationales Dokumentarfilmfestival IDFA) – Auszeichnung für den besten Film, Auszeichnung für den besten Schnitt (Rafał Listopad)
Rom, 2025 (UnArchive Found Footage Fest) – Auszeichnung für die beste kreative Verwendung von Archivmaterial
Riga, 2025 (Internationales Dokumentarfilmfestival „Artdocfest“) – Großer Preis
Polen, Litauen, 2024, 80 Min.
Drehbuch und Regie: Maciej J. Drygas
Schnitt: Rafał Listopad
Tonregie: Saulius Urbanavičius
Musik: Paweł Szymański